Start-Stopp-Automatik – Benzin sparen durch besondere Technik beim Anlasser?

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Benzin sparen ist nicht nur in Hinsicht auf den Umweltschutz ein wichtiger Aspekt beim Autofahren. Auch der Geldbeutel profitiert davon. Dabei kommt viel auf die eigene Fahrweise an. Wer früh hochschaltet, betont untertourig fährt und vorausschauend unterwegs ist, leistet schon einmal einen wichtigen Beitrag zu weniger Schadstoffen in der Luft.

Unterstützung bietet außerdem moderne Technik. Die sogenannte “Start-Stopp-Automatik”, auch “Start-Stopp-System” oder “Stopp-Start-System” genannt, soll in naher Zukunft zur Standardausrüstung von Automobilen gehören. Heute ist sie nur in bestimmten Fahrzeugen vorhanden. Sie funktioniert auf unterschiedliche Art und hat neben Vorteilen auch den ein oder anderen Nachteil.

Was ist die Start-Stopp-Automatik?

Eine Start-Stopp-Automatik funktioniert folgendermaßen:

  • Steht das betreffende Fahrzeug oder rollt es aus, schaltet das System automatisch den Motor ab.
  • Dieser springt je nach Funktionsweise wieder an, sobald der Fahrer vom Bremspedal geht, oder erst dann, wenn er zusätzlich das Kupplungspedal tritt.

Dabei kommen bei modernen Ausführungen meist sogenannte “Multifunktions-Drehumwandler” zum Einsatz. Diese entkoppeln Getriebe und Motor beim Neustart. Dadurch wird das Abschalten von Motoren im Leerlauf ermöglicht.

Damit eine Start-Stopp-Automatik für den Anlasser funktioniert, müssen je nach Fahrzeugmodell bestimmte Bedingungen erfüllt sein, z.B.:

  • Die Innentemperatur muss einen gewissen Sollstand erreicht haben.
  • Die Batterie darf nicht stark entladen sein.
  • Türen und Motorhaube sind geschlossen.
  • Das Fahrzeug befindet sich nicht an einer Steigung.
  • Der Fahrer hat den Sicherheitsgurt angelegt.

Ausschalten lässt sich das System ebenfalls, falls der Fahrer dies wünscht. Start-Stopp-Systeme gibt es mittlerweile auch in Autos mit Automatikgetriebe.

Welche Vor- und Nachteile bringt das System mit sich?

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Die erste Start-Stopp-Automatik führte Toyota in den 70er-Jahren ein. Sie diente schon damals in erster Linie dazu, Sprit zu sparen, angesichts der Ölpreiskrise ein zentraler Aspekt. Wie viel Treibstoff moderne Systeme rund um den Anlasser tatsächlich einsparen, ist strittig. Der ADAC geht von bis zu 15 Prozent im reinen Kurzstreckenverkehr aus, ein beachtlicher Wert. Allerdings ist ein solches System auch mit Nachteilen verbunden. Vor allem kostet es Zeit. Denn das Anfahren mit einem Start-Stopp-System an einer Ampel dauert unweigerlich länger als ohne.

Dazu kommt, dass nur bestimmte Batterien die höheren Leistungsanforderungen von Start-Stopp-Systemen erfüllen. Deshalb ist für einen Austausch im Regelfall der Gang in die Werkstatt notwendig. Außerdem funktioniert das System nur unter bestimmten Bedingungen. Manchmal genügt eine laufende Klimaanlage, um zu verhindern, dass es arbeitet.

Hier die Vor- und Nachteile einer Start-Stopp-Automatik im Überblick:

VorteileNachteile

  • Spritsparend und umweltfreundlich
  • In modernen Autos häufig schon vorhanden
  • Weniger Lärmbelastung im Innenraum bei häufigen Stopps

  • Kostet Zeit
  • Batteriewechsel erfordert Werkstatt-Know-how
  • System funktioniert nur unter bestimmten Bedingungen.


Der Umweltschutz gibt den Ausschlag

Start-Stopp-Systeme werden in Zukunft unweigerlich an Bedeutung gewinnen. Ausschlaggebend dafür ist die Spriteinsparung, die sie gerade im Stadtverkehr und in Staus ermöglichen. Angesichts drängender Umweltprobleme und einer steigenden Verkehrsdichte wird dieser Faktor immer wichtiger. Dabei können all jene beruhigt sein, denen es beim Fahren auf jede Sekunde ankommt. Moderne Start-Stopp-Systeme werden gerade in dieser Hinsicht kontinuierlich weiterentwickelt. So wird eine Start-Stopp-Automatik in 5 Jahren voraussichtlich nur noch ein geringfügiger Zeitfresser sein – wenn überhaupt. Zudem besteht immer noch die Möglichkeit, es auszuschalten, sollten die eigenen Nerven zu stark darunter leiden.

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