Fahrzeugidentifikationsnummer – so lässt sich Ihr Kfz immer finden!

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Soll ein Fahrzeug eindeutig identifiziert werden, kommt die sogenannte Fahrzeugidentifikationsnummer ins Spiel. Sie wird mit FIN oder VIN abgekürzt und einmalig für jedes Fahrzeug vergeben. Damit ähnelt sie einem Fingerabdruck beim Menschen. Während der Aufbau der Nummer international genormt ist, können Sie sich darauf verlassen, dass es dieselbe Nummer kein zweites Mal gibt.

Anhand der Identifikationsnummer lassen sich auch kriminelle Machenschaften wie ein Autodiebstahl erkennen. Deshalb sollten Sie, wenn Sie auf der Suche nach einem gebrauchten Kfz sind, von einem Kauf absehen, falls der Verdacht auf Manipulationen an der FIN besteht oder der Verkäufer diese nicht herausgeben möchte.

Was ist die Fahrzeugidentifikationsnummer?

Die Identifikationsnummer besteht grundsätzlich aus 17 Nummern und folgt einem vorgegebenen Aufbau. Allerdings bestehen hier Unterschiede zwischen der europäischen Identifikationsnummer (FIN) und der amerikanischen (VIN). Die europäische Variante ist folgendermaßen genormt:

  • Ziffern 1 – 3: Welt-Hersteller-Code
  • Ziffern 4 – 9: Baureihe des Kfz
  • Ziffer 10: Modelljahrescode (Modellhistorie)
  • Ziffer 11: Herstellerwerk
  • Ziffern 12 – 14: Zweiter Teil des Welt-Hersteller-Codes
  • Ziffern 12 – 17: Fortlaufende aufsteigende Nummer

An den ersten drei Ziffern, dem sogenannten Welt-Hersteller-Code beziehungsweise Weltherstellercode (WMI) lässt sich demnach ablesen, von welchem Hersteller das betreffende Fahrzeug stammt. Dabei steht der erste Buchstabe für die Region, aus der der Hersteller kommt. In Kombination mit der zweiten Ziffer lässt sich das Land feststellen.

Beispiele dafür sind die folgenden Ziffernkombinationen

WMILandRegion
JJapanAsien (J - R)
L-VRChina,,
SN-ST und WDeutschlandEuropa (S - Z)
VF - VRFrankreich,,
1, 4 und 5USANordamerika (1 - 5)
6A - SAustralienAustralien / Ozeanien (6 - 7)

Beispiele für Weltherstellercodes, die auf der ganzen Welt genutzt werden, sind:

  • JH: Honda
  • JT: Toyota
  • SAL: Landrover
  • TMB: Skoda
  • VF1: Renault
  • WBA: BMW

Manche WMIs lassen sich recht gut entschlüsseln. So steht WVW für VW – W als Kürzel für Deutschland und VW als Abkürzung für die Marke selbst.

Hinweis: In der Vergangenheit wurde die Identifikationsnummer auch Fahrgestellnummer genannt. Die Bezeichnung Fahrgestellnummer ist in der Umgangssprache auch heute noch weit verbreitet.

Anbringung

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Die Identifikationsnummer ist an mehreren Stellen angebracht. Einmal taucht sie im Fahrzeugschein selbst auf, zusätzlich direkt an dem betreffenden Auto – wo genau hängt wiederum von dem Herstellungsort des Kfz ab.

Bei Autos, die in Europa hergestellt beziehungsweise für den europäischen Straßenverkehr bestimmt sind, findet sie sich üblicherweise im Motorraum, bei Kfz aus und für die USA links unten an der Windschutzscheibe, sodass sie von außen gut erkennbar ist.

Grundsätzlich sind FIN und VIN so angebracht, dass eine Manipulation kaum oder gar nicht möglich ist, ohne dass dies Spuren hinterlässt. Dazu wird die Nummer beispielsweise „tiefgezogen“. Darunter wird ein spezielles Umformen des Blechzuschnitts verstanden. Meist ist die Identifikationsnummer an einem Wagen öfter als einmal vorzufinden. Sie ermöglicht es fachkundigen Personen, das Fahrzeug auf einen Blick zuzuordnen – eine wichtige Maßnahme bei einem Autodiebstahl. Die Identifikationsnummer ist bei der Abwicklung mit der Versicherung wichtig.

Fazit

Als persönlicher Fingerabdruck Ihres Kfz ist die Identifikationsnummer immer dann von Belang, wenn es zu Zwischenfällen kommt, also beispielsweise Ihr Fahrzeug gestohlen wird oder Sie eine Abwicklung mit einer Versicherung vornehmen müssen. Die Nummer selbst bleibt ein Fahrzeugleben lang bestehen. Das bedeutet, es ist nicht möglich, sie auf legalem Weg zu ändern. Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Manipulationen an der Fahrgestellnummer des Kfz erkennbar sind. Dies hat in der Regel einen kriminellen Hintergrund.

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